Folge 12: Gefangen im falschen Film? Mit mentaler Stärke durch Boxen den Weg zurück ins Leben finden.
Shownotes
In dieser Folge begrüßt Host Natascha Waag ihre langjährige Kollegin Dorit, eine IT-Managerin, die wie sie selbst sowohl im selben Unternehmen arbeitet als auch das Boxen als Hobby teilt. Nach technischen Schwierigkeiten bei früheren Aufnahmen starten sie einen dritten Versuch, um Dorits persönliche Krebsreise, ihre Erfahrungen mit Brustkrebs und die Rolle von Sport und mentaler Stärke im Heilungsprozess zu beleuchten. Zu den Höhepunkten zählen Dorits authentische Schilderung des Schockmoments bei der Krebsdiagnose, die offene Diskussion über Ängste und Identitätswandel, die Bedeutung von Sport und mentaler Stärke im Heilungsprozess sowie die kreative Unterstützung durch Familie und Freunde, etwa der 'Chemo-Partybus'-Chat und motivierende Sprücheboxen. Besonders eindrucksvoll ist Dorits reflektierter Umgang mit ihrer genetischen Disposition und ihr Appell, das Leben bewusster und zufriedener zu gestalten. Zum Abschluss betonen die Teilnehmerinnen die Wichtigkeit, das Leben nicht erst nach einem Schicksalsschlag bewusster zu gestalten, sondern schon vorher auf sich selbst zu achten und Zufriedenheit zu finden. Dorit teilt ihre Dankbarkeit für die Unterstützung und ihre neu gewonnene Lebensperspektive, während Natascha das Gespräch mit einem Appell an die Zuhörerinnen beendet, die Folge zu teilen und anderen Mut zu machen.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Speaker: Hallo. Hallo. Lange nicht gesehen. So ist es. So ist es. Heute haben wir eine Interviewaufnahme, die anders ist als die anderen, weil ein wenig IT lastig am Anfang. Und dann geht es aber dann doch rein ins Eingemachte und worum es da geht und was es so ist, hört er gleich in einer neuen Folge von Fight Cancer im Ring gegen Krebs. Geschichten von Mut, Stärke und Unbesiegbare, Hoffnung im Kampf gegen Krebs. Von und mit Natascha Waag. Hallo, Dorit. Schön, dich wiederzusehen. Hallo. Es ist mir eine Riesenfreude. Genau so was meine ich mit dem Wiedersehen. Wir könnten. Ich habe schon überlegt, ob wir sagen können. Und täglich grüßt das Murmeltier. Ganz so arg ist es nicht. Aber wir können zumindest sagen, aller guten Dinge sind drei, oder? Das ist richtig. Und jedes Mal wieder freue ich mich, mich mit dir austauschen zu dürfen. Genau. Und damit sie jetzt draußen sich nicht alle beim Podcast hören wundern, worum es hier eigentlich geht. Kleine Info Wir haben tatsächlich schon zwei Versuche hinter uns, dieses Gespräch aufzuzeichnen. Es waren tolle Gespräche. Leider Gottes hat mir die Technik einen Strich durch die Rechnung gemacht. Also einmal Shoutout an Zoom A. Vielleicht bin ich die einzige Doofe. Also der DAU dümmste anzunehmende User. Aber wenn man alle Voreinstellungen gemacht hat, das Recording automatisch startet und man auch den Pfad auswählt, auf dem Computer wurde starten soll und man beim Starten des Meetings die Info kriegt Recording in Process, dann ist mir unklar, dass ich noch in ein Menü gehen muss und noch mal auf lokalen Speicherort Recording starten klicken muss. Bin ich zu blöd für? War mir nicht klar. Unfassbar. Und ja, deswegen plaudern wir heute tatsächlich das dritte Mal. Aber ich freue mich. Und ich muss auch sagen, auch über die letzten Gespräche hinaus haben wir ja doch immer bei jedem neuen Gespräch noch mal neue Erkenntnisse, eigentlich auch uns aus uns heraus gegraben. Also schauen wir doch mal, was vielleicht heute noch dazukommt. Genauso, damit wir auch da auch wieder einen guten Einstieg kriegen. Fangen wir doch einfach mal an! Wir zwei kennen uns tatsächlich schon lange. Wir haben gestern im Gespräch festgestellt Also wirklich über zwanzig Jahre nicht. Wir kennen uns nicht eng oder intensiv. Wir haben halt immer mal zusammengearbeitet in dem großen Konzern, in der großen Firma, in der wir arbeiten und lustigerweise deswegen auch noch mal hier n bleed guilty as the dümmste anzunehmende User in der IT. Das darf man jetzt ja so gar nicht sagen, aber. Und tatsächlich war meine erste Station in der IT war ja im IT Support. Ich war ja, ich habe ja den First Level Support geleitet damals anno Tobak. Eigentlich dachte ich, ich weiß ganz viel, wie man was macht, aber offensichtlich nicht genau. Also wir kennen uns lange. Und ich kenne das ganz gut. mir leid. Du arbeitest auch als Managerin. Jetzt arbeiten wir tatsächlich auch wieder etwas mehr zusammen. An einem gemeinsamen was? Ich finde sehr, sehr schön. Projekt, wo wir wirklich was umsetzen, was am Ende ganz, ganz vielen Menschen hilft. Weil wir reden über Digital Accessibility, wie halt lustig, wie Tools leichter zugänglich werden, aber in dem Falle dann halt öfter. Eher für Menschen mit Einschränkungen. Und über meinen Teamkollegen Mitarbeiter habe ich erfahren, dass du auch boxt. So sind wir überhaupt quasi privat ins Gespräch gekommen. So ist es. Das war ein ganz nettes Gespräch, genau wie du sagst mit deinem Mitarbeiter. Irgendwie kam er dann ums Boxen. Da kam auch so diese klassische Reaktion, die man als Frau interessiert am Boxsport hört. So Oh je, dann stelle ich lieber nichts an oder bin mal vorsichtig. Aber es ist auch immer wieder lustig. Natürlich. Genau. Und so hat er erwähnt gehabt, dass du auch boxt. Und ich glaube, kurz darauf hatten wir uns ja dann auch in unserem Chat im Chat mal kurz unterhalten und dann stellte sich heraus, dass wir beide nicht nur boxen, sondern auch tatsächlich im gleichen Boxstudio oder in der gleichen, ich sage mal Unternehmung Boxing Sisters angefangen haben, aber leicht zeitversetzt. Ich glaube, ich habe etwas vor dir angefangen und als du dann gestartet bist, so Mitte dreiundzwanzig, war das so, da war ich gerade im Großteil meiner Auszeit wegen meiner Krebserkrankung. Und da hast du bei den Boxing Sisters voll durchgestartet. Was hat dich denn zum Boxen gebracht? Erstmal Das war meine Lieblingssängerin Ellie Goulding. Wie ist das passiert? Also ich bin schon Fan seit den frühen Tagen. Der eine oder andere wird sie kennen aus den Charts, aber naja, irgendwann folgt man dann auch auf Instagram. Und dann habe ich irgendwann gesehen, dass sie mal so Boxing Videos gepostet hatte und das hat dann trotzdem super lange gedauert, bis ich dann einfach mal über das Angebot der Boxing Sisters gefallen bin und dachte ich okay, jetzt probiere ich das mal aus. Mein acht Wochen Einsteigerprogramm mit einer Freundin zusammen und da muss ich sagen, schon in der Phase habe ich gemerkt Hey, ich glaube, das macht mir Spaß, muss ich sagen. Und dann haben wir das durchgezogen. Und dann bin ich aber auch so ein halbes Jahr später, also auch nach diesem Anfängerkurs ins N1 gekommen. Das ist in der Leopoldstraße und da muss ich sagen, da hat dann erst der richtige mentale Aspekt des Boxens mich auch gefunden. Und seitdem bin ich dann auf jeden Fall intensiv drangeblieben. Bei mir war es ganz klassisch eigentlich. Ich habe früher schon Kampfsport gemacht. Ich habe als Kind Judo gemacht. Lustigerweise bin ich vom Judo dann eher zum Tanzen gekommen. Und dann habe ich später wieder Jiu Jitsu gemacht. Und dann war ich beim ersten Training und dann war ich im wahrsten Sinne des Wortes angefixt. Aber es soll ja hier heute weniger um mich als um dich gehen, denn leider Gottes teilen wir nicht nur. Also das ist ja dann die dritte Gemeinsamkeit gleiche Firma, gleiches Hobby, gleiche Box Studio, wo wir angefangen haben und leider Gottes. Die vierte Gemeinsamkeit ist der Krebs. Du hattest vor einem Jahr jetzt deine Krebsdiagnose, richtig? Ganz genau. Das war ja ziemlich genau vor einem Jahr. Es war Anfang Juli zwei tausend fünf und zwanzig, wo ich schon die Monate davor erstmal gemerkt habe. Da habe ich es aber glaube ich, allgemein mit dem Training übertrieben. Einfach nur zu viel Leidenschaft, dass ich gemerkt habe irgendwie okay, der Kreislauf funktioniert nicht mehr ganz so gut. Irgendwas ist da los. Das habe ich dann zum Anlass genommen, einfach auch verschiedene Ärzte abzuklappern und wollte auch seit sehr langer Zeit auch den Frauenarzt wechseln und habe es dann auch zur Gelegenheit gemacht oder die Gelegenheit genutzt und meine derzeitige Frauenärztin. Wirklich sehr gute Entscheidung von mir dahin zu gehen. Die hat dann beim Abtasten in der Achselhöhle schon ganz große Augen gemacht, mich angeschaut und gesagt Frau, ich befürchte, das ist was Bösartiges. Ich hoffe es nicht. Wir müssen dranbleiben. Ich glaube, es ist was Bösartiges. Und dann war ich erstmal in Schock. Ich Ich kann mir diesen diesen Schockmoment so gar nicht vorstellen. Ich meine, ich hatte auch eine Krebsdiagnose, aber die hat sich so ein bisschen mehr aufgebaut. Und als ich dann bei dem finalen Arzt war, wo sie dann gestellt wurde, war ich fast schon happy, dass es nur der Darmkrebs ist. Das hätte auch was Schlimmeres sein können. Aber du gehst einfach zu einer Untersuchung, zu einer Routineuntersuchung und das erste Mal zu einer neuen Frauenärztin. Und dann bei der ersten Untersuchung beim Abtasten auch gleich mit dieser Aussage. Nicht nur da ist was, sondern ich glaube, da ist was Bösartiges. Wie wie ist sie direkt darauf gekommen, dass es was Bösartiges ist? Das ist eine gute Frage. Also im Nachhinein denke ich einfach schlichtweg durch Erfahrung. Es ist wirklich eine sehr erfahrene, sehr, sehr gute Ärztin. Genau. Also davon gehe ich aus, dass sie einfach von der Art und Weise, wie sie da irgendwie was getestet hat, schon gesagt hat okay, das fühlt sich genauso an, wie sie aus Erfahrung weiß. Das ist Wahnsinn. Was ist? Ich meine, ich habe im ersten Moment, dann im zweiten Moment, nach dem ersten Schock einfach gesagt oder mir gesagt, das stimmt bestimmt nicht. Aber sie hatte dann schon auch meine Hand genommen und hat sie dann auch gesagt, ob ich das denn nicht fühle? Nein, ich habe nichts gefühlt. Überhaupt nicht. Aber jetzt, da ich weiß, dass sie einfach genau richtig lag, bewundere ich sie schon auch einfach genau für ihre Expertise und Erfahrung und bin dankbar, dass sie das entsprechend gefunden hatte. Aber es war auch genau noch am gleichen Tag. Das werde ich auch nicht vergessen. Also hat sie auch gleich Telefonhörer in die Hand genommen und hat mir ein Mammographietermin organisiert. Noch quasi zwanzig Minuten nachdem ich bei ihr saß, was man normalerweise ja auch so nicht direkt am gleichen Tag. Also hat sich da auch massiv für mich eingesetzt. Aber dann weiß ich auch schon saß ich da im Wartezimmer und habe mich daran erinnert. Das war auch sehr, sehr schlimm, dass etwa eineinhalb Jahre vorher ist ein sehr enger Freund von mir an Prostatakrebs gestorben. Und dann kam bei mir schon so Gedanken hoch. Okay, ich werde ihm doch jetzt bitte nicht folgen. Es kann doch nicht sein. Ich werde doch jetzt nicht gleich tun und irgendwie jetzt hier plötzlich an Krebs sterben. Und laute Gedanken gingen dann in mir vor. Dann gab es die Mammographie und das war dann auch ganz spannend, weil da hat man tatsächlich nichts gesehen. Also in dem Moment hat sie dann auch der Radiologe mir erst mal auch so die Angst und Sorge genommen und hat gesagt, er glaubt nicht, dass da was ist, was ich Okay, das ist ja gut. Im Nachhinein weiß ich jetzt lag das auch daran, dass einfach mein Brustgewebe massivst undurchsichtig war. Also das hat mir dann auch mehrere Radiologen auf dem Weg gesagt. Das war dann auch, um das schon zu spoilern, mit die Entscheidung, dass ich dann hinten raus auch eine Mastektomie gemacht habe, also komplett Brüste ersetzt habe durch Implantate. Einfach auch als Vorbeugung, weil einfach mein Gewebe so ist, dass man, wenn es dann nichts mehr. Ja, also sagen wir so, das Risiko, einen Rückfall nicht rechtzeitig zu entdecken, war einfach zu hoch gewesen. Naja, aber dann wieder zurückgesprungen, saß ich da beim Radiologen. Bin raus. Dachte mir eigentlich so Hey, okay, gut. Meine Frauenärztin war aber zum Glück weiter hartnäckig und hat mich dann wenige Tage später zur Biopsie gerufen und hat Biopsie. Und da dann eine Woche später, kam die Diagnose Metastase im Lymphknoten von einem Mammakarzinom. Und dann hat sich natürlich auch noch immer mit dem Glauben Krebs passiert doch irgendwie anderen. Ja, also ernsthafter Krebs passiert auch jemand anderem saß ich da und habe das Wort Metastase gelesen und dachte schon Oh Gott, was hat mein falscher Film angefangen? Irgendjemand hat mich dann. Das Bild hab ich oft verwendet. Irgendjemand hat mich in ein Kino reingeworfen, hat mich gezwungen, mich hinzusetzen und die Tür zu gesperrt. Und da ging die Reise los. Dann ging die Reise los und der falsche Film begann. Ich fand es auch spannend, wie du gerade gesagt hast. Das passiert doch anderen, wenn man so rein sachlich da rangeht, was man üblicherweise nicht tut, solange man gesund ist und davon ausgeht, dass man nichts kriegt, sondern sich immer erst danach damit beschäftigt. Jetzt weiß ich, dass rein statistisch gesehen jeder Zweite in Deutschland irgendeine Form von Krebs bekommen wird. Vielleicht in der Frühstadium direkt entdeckt? Vielleicht etwas, was super einfach durch eine kleine OP heilbar ist. Bis hin zu den tödlichen Diagnosen im Bereich Stage vier usw. Und jeder zweite das ist. Ich finde das einfach massiv. Oder bei Brustkrebs Jede achte Frau bekommt in Deutschland in ihrem Leben Brustkrebs. Was ich inzwischen manchmal mache, wenn ich so ganz viele Menschen sehe oder ganz viele Frauen. Ich möchte mal so ganz krass ist eins, zwei, drei. Ich zähle einfach durch, um mich daran zu erinnern, wie sehr das da ist. Und das ist etwas, womit ich mich vorher definitiv nicht beschäftigt habe. Und aus dem, was du sagst, höre ich raus, dass du hast dein Leben auch einfach gelebt vorher und hast dein Ding gemacht und dich nicht mit solchen Themen beschäftigt. Richtig? Absolut. Also ich muss sagen, ich hatte schon immer irgendwo. Ja Arztkontakte, das muss man so sagen. Also ich hatte tatsächlich auch viermal einen Hautkrebs davor, aber es hat sich für mich nie wie Krebs angefühlt. Also das war einfach so was. Okay, man hat halt ein böses Muttermal, dann schneidet man das weg. Ja, genau deswegen hat die Frau gesagt, das war so ein ernsthafter Krebs im Sinne von okay, da ist irgendwas Größeres. Aber ganz genau. Also, das war immer was. Okay. Ja. Also auch mit den Hautgeschichten. Das war gut. Ich gehe da halt hin. Dann gehe ich halt. Da ist alles gut. Man denkt aber absolut nicht dran, dass man sagt, jetzt plötzlich ist man, ist man der Krebspatient. Und in dem Moment fand ich auch ganz interessant. Ist ja so, dass tatsächlich so die eigene Identität wird plötzlich von was auch immer man davor war, sei es IT Manager, sei es Tochter, Schwester wie auch immer, man ist plötzlich. Also ich würde sagen zu mindestens achtzig Prozent schlichtweg Patient. Ja und das dann von einem Tag auf den anderen. Ja, das kann ich bestätigen. Und man beschäftigt sich mit Dingen, die man vorher gar nicht so auf dem Plan hatte und sich nie, nie damit beschäftigen wollte. Aber wie ging es denn dann für dich weiter, nachdem du das Ergebnis von der Pathologie bekommen hast, dass es ein metastasierter Brustkrebs ist. Und wenn ich das richtig verstanden hatte, dann aber nur, also nur in fetten Anführungsstrichen lokal metastasiert. Genau das wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Also ich muss sagen, diese erste Phase. Aber zum Glück war es so, aber diese erste Phase, bevor ich dann das gelernt habe, waren so circa vier Wochen wirklich darüber nachdenken. Okay, werde ich jetzt an Krebs sterben, weil was dann kommt? Und ich denke, das ist ja auch bei den meisten Krebspatienten oder sogar immer so, dass erst mal die Ärzte dann checken okay, wir haben Krebs gefunden, jetzt müssen wir mal abklopfen im ganzen Körper. Wo ist er denn überhaupt? Überall. Potenziell. Das heißt, ich wurde in den ersten Tagen dann zu einem CT geschickt, zu einer Knochenszintigraphie. Wirklich geschaut wird vielleicht irgendwas im Knochen. Ist vielleicht irgendwas in den anderen Organen und einfach. Solange ich das nicht wusste, war das für mich genau dieses Gefühl. Okay. Sterbe ich jetzt oder nicht? In der Phase habe ich auch nur meiner engsten Familie Bescheid gesagt. Wirklich engsten Freunden, weil ich irgendwo auch nicht wusste, okay, wenn ich jetzt dran sterben sollte, wenn das jetzt das Resultat ist, wie soll ich das überhaupt den Menschen erklären? Wie soll ich das überhaupt machen? Also ich hatte auch schon solche Ängste irgendwo und deswegen waren das wirklich so die die Horrorwochen am Anfang, als dann die Diagnose kam und gesagt hat okay, es ist lokal metastasiert, aber nicht gestreut, sprich nicht zum Knochen, nicht zu den Organen. Was plötzlich natürlich komplettes Hochgefühl. Also man ist ja schon im falschen Film. Man steckt so in der Scheiße, wenn ich das so sagen darf, aber nicht ganz so tief. Von dem her super. Und das war dann auch der Punkt, wo ich allen meinen Freunden Bescheid gesagt habe. Ich habe das große Glück, einen großen, einen engen, aber doch auch großen, engen Freundeskreis zu haben. Habe es dann entsprechend auch bei allen platziert, wollte auch die Transparenz und war auch eine gute Entscheidung, weil da habe ich auch massivste Liebe empfangen von allen Seiten. Also nicht nur Nachrichten. Plötzlich Carepakete, die nach Hause geschickt worden sind. Blumensträuße, Karten, also wirklich lauter Dinge, die einfach noch mal irgendwo Kraft gegeben haben auf dem Weg. Genau. Aber dann wusste ich okay, ist ja nicht so schlimm. Dann war ich in dem Glauben eine OP und ich muss dich jetzt mal ganz kurz unterbrechen. Können wir mal das grad. Moment, einfach noch mal, ich will gar nicht sagen genießen, aber nun mal so, ist ja nicht so schlimm. Kannst du da noch mal in das Gefühl reingehen, wie das war, als dir klar wurde Du hast zwar eine scheiß Diagnose, aber es klingt so, als wenn du gerade noch mal. Also ich will nicht sagen, mit einem blauen Auge, weil wir reden hier über einen lokalen, metastasierten Brustkrebs. Und zwar beidseitig. Nee, der war in beiden Brüsten. Aber kannst du da noch mal in das Gefühl reingehen, wie es dir damit ging? Weil du hast immer gesagt, So ein totales Hochgefühl. Ja, es ist ein Problem, das sich lösen lässt. Da habe ich so drüber gedacht. Dann. Also vorher war es unklar. Und ja, wahrscheinlich kann man das schon auch wieder zurückführen auf so das Kämpferherz, das man in sich drin hat, zu sagen Na gut, dann jetzt ist der der Gegner eingekreist, jetzt weiß ich genau, wo er sitzt. Raus damit! So, jetzt. Jetzt weiß ich's. Also, ich denke, das war der Punkt. So, dann ab in den Kampfmodus. Und ich glaube, das hattest du auch mal genauso formuliert. Ja, und auf geht's. Und genau. Und dann dachte ich mir auch. Okay, Raus damit. Also im Sinne von dann reißt doch genau die OP, wie ich das schon kannte von der Haut. Dann bitte rausschnippeln und gut ist. Ja, Pustekuchen. Die Onkologin hat sie mir dann gesagt Nein, wir lassen das erst mal drin. Wir machen jetzt fünf Monate Chemotherapie und dann ist natürlich nach dem Hochgefühl irgendwie sofort wieder der Absturz. Ganz genau der Schlag in die Magengrube. Und das fand ich ganz interessant, dass bei mir auf der Terrasse der erste Gedanke war okay, ich will meine Haare nicht verlieren. Obwohl ja auch die Vernunft sagt Ja, mein Gott, was sind denn bitte Haare? Also, Aber es geht jetzt auch gar nicht darum. So bin ich dann irgendwie noch hübsch, oder? Keine Ahnung was, sondern es ist ja auch so ein Stück Identität. Also es Also ich bin schon seit ich ein kleines Kind bin, bin ich die mit den langen blonden Haaren. Ja. Und es ging mir auch gar nicht so darum. Okay, was werden denn die Leute denken, wenn ich irgendwo auf der Straße dann irgendwie so aussehe wie ein klassischer? Klingt opatient. Das war nicht so der Punkt. Das war bei mir dieses Ich wollte kein Mitleid verursachen. Also der Gedanke kam mir schon. Das ist okay. Die sehen dann jemine und dann muss ich da irgendwie jetzt betitelt werden oder sowas. Das wollte ich nicht. Und natürlich wollte ich auch nicht, dass ich irgendwo selber in den Spiegel schaue und mir denke okay, wer ist denn das da vor mir? Und da hat sich, denke ich, die Angst davor, dass plötzlich so die Chemotherapie, wo man ja auch nur immer vorher gehört hat, das ist quasi die, die schlimmste medizinische Behandlung ist, die man irgendwie kriegen kann. So ungefähr. Ja. Was mit Sicherheit nicht stimmt. Also zu sagen, das stimmt nicht. Aber in dem Glauben war ich dann noch unterwegs. Genau. Also das war immer so, Oh je. Was geht hier ab? Und auch da muss ich sagen, dann war ich aber ein paar Tage einfach in einem tiefen Frust, aber bin auch da wieder stolz auf mich. Weil auch da wieder so dieses Kämpferische, das ich dann in mir habe. Und ich denke mal, dass Boxen einfach auch für mich weiter unterstützt hat. Auch ich habe inzwischen auch Boxtraining, hat mich mental vorbereitet für das Ganze. Da habe ich gesagt okay, jetzt sortieren wir uns wieder und jetzt gehen wir wieder fokussiert ran. Dann angefangen, mich schlichtweg strukturiert vorzubereiten. Also zum Beispiel habe ich mit Listen, die man aus dem Krankenhaus bekommt, welche vielleicht Hausmittelchen, Medikamente, vielleicht zu Hause gut wären, welche Body Lotion oder welches Duschgel gut ist, weil ja die Haut dann auch irgendwo anders funktioniert in der Chemo. Ich habe mir eine Perücke gekauft für den Fall der Fälle. Also ich habe in der Chemotherapie auch mit der Kühlkappe gearbeitet. Ich dachte mir, ich will die zu Hause haben. Ich will meinen Safetynet, wenn irgendwas ist. Ich habe mir künstliche Wimpern gekauft für zu Hause, weil ich auch dachte, wenn, dann ich werde vorbeugen und habe mich dann systematisch einfach vorbereitet auf das Projekt. Klingt genauso. Genau dieses auf das Projekt. So nach dem Motto Was brauche ich für das Projekt? Ich mache mir mal kleine Arbeitspakete und lege die mir an, so dass ich jederzeit darauf zugreifen kann, wenn ich sie brauche. Du hattest gesagt, das Boxen hat dich mental darauf vorbereitet. Auf diesen Kampf oder auf den Umgang mit der Krankheit. Ich weiß aber aus den Vorgesprächen auch das war ja nicht alles an deiner Vorbereitung. Du hast dir ja fast ein ganzes Team zusammengestellt, um dich da durchzubegleiten. Kannst du da bitte noch mal drauf eingehen? Aber gern. Aber da würde ich vielleicht sogar noch einen Schritt ganz vor die Diagnose noch mal springen. Klar, weil natürlich hat man die Boxen schon angefangen, da wusste ich noch gar nicht, was da auf mich zukommt. Quasi wenige Jahre später. Und da gab es für mich ein Schlüsselerlebnis mit dem lieben Florian Pavic, Exprofi, Weltmeister, mit dem ich die Ehre habe, trainieren zu dürfen. Der hat in einem Boxcamp, das war relativ. In meiner Anfangszeit, also kurz nach den Boxen, ist das dann immer eins. Hatte der ein Sparring angeboten, quasi gegen sich selbst. Und das war für mich erstmal ganz, ganz spannend, weil ich dachte Oh, der Weltmeister! Ich wusste natürlich technisch wird mir jetzt nicht ernsthaft wehtun, aber ich war super aufgeregt und bin dann in dieser Situation mit ihm gegangen. Und er hat das sehr charmant, wenn nicht gar ein bisschen fies platziert. Er hat einfach nur gegrinst und gesagt Da höre ich jemanden, aber super schwer atmen. Das fand ich dann erstmal ein bisschen gemein, aber er hat dann das als Basis genommen und da bin ich ohne Ende dankbar für. Mir zu erklären, was eigentlich passiert in genau so einer Situation, wenn man plötzlich ins Training geht, wenn man unvorbereitet ist oder noch nicht so erfahren, dass der Körper ja auf so fight or flight Mode schaltet. Das ist ja das also zu einer Situation hast du jemanden plötzlich okay, der könnte mich jetzt hauen, das könnte wehtun. Aber man kann das auch sofort wieder aufs ganze Leben irgendwo transferieren, wenn man sagt das Leben ist ja auch immer so, man weiß nicht, was einem passiert, man ist plötzlich in der Situation und es können auch kleine Sachen sein. Es kann irgendwie Stress in der Arbeit sein. Das kann ein Konflikt mit irgendjemandem sein, das kann Druck woandersher sein. Gedanken, die man sich macht, irgendwo, also irgendwas, was plötzlich eine Art von Bedrohung ist. Er kommt auf einen zu. Und das ist genau in dieser Situation. Und er hat mir dann einen weiteren Erklärungen und weiteren Training einfach beigebracht, dass er Kampfsport und Boxen einem abfordert, dass man genau in solchen Situationen die Ruhe bewahrt, dass man in genau solchen Situationen einfach nicht ins heftige Atmen aus Panik kommt, sondern dass man ruhig bleibt, dass man die gesamte Situation im Überblick behält, dass man Selbstvertrauen hat, dass man weiß, was man kann, dass man weiß, wie man angreifen kann, dass man weiß, wie man ausweichen kann, dass man taktieren kann, dass man auch den Fokus behält, ans Ziel zu gehen. Das hat mir wirklich das Boxtraining und das Training mit Flora gezeigt. Und auch da wieder Das ist egal. Das weiß ich jetzt. Egal, was im Leben auf einen einprasselt. Und das könnte eben auch dann diese Diagnose Krebs sein. Boxen hilft zu sagen okay, ist ein Scheiß. Erstmal Situationen akzeptieren, Situation wahrnehmen, Kontrolle behalten, Plan schmieden. Und das war so der Punkt. Und du hattest nachdem nach dem Team noch gefragt. Genau. Ich habe zu dem Zeitpunkt auch schon mit einer Wahnsinnig großartige Ernährungsberaterin zusammengearbeitet, die auch schon geholfen hat, für den Körper vorzubereiten, will ich mal sagen. Also auch da Wir wussten es natürlich nicht, aber ich hatte Ernährung schon umgestellt auf bessere Ernährung, mehr Proteine, mehr Nährstoffe und dergleichen. Nicht wie es früher war, mein Leben eher so den ganzen Tag arbeiten, Stress, Ausgleich kann man doch auch mit einem Glas oder mehr Champagner lösen. Und schlafen ist doch eigentlich eh nicht so wichtig. Ungefähr eine gute Pasta und zwei Gläser Rotwein. Ein großartiger Abend, ne? Und der Körper? Genau dem fehlt so ein bisschen was. Da fällt mir tatsächlich noch so ein Zitat aus einem anderen Film ein. Da unterhalten sich zwei. Der eine sagt Der Körper ist ein Tempel, was man oft hört, der andere sagt Na ja, mein Körper ist eine Hüpfburg. Und ich glaube, das war so ein bisschen davor. Mein Leben wahrscheinlich. Okay, nun ja, also. Aber durch das Training, durch die Beratung, da wird es doch immer mehr der Tempel und auch zu der Zeit schon. Aber dann kam auch der Punkt mit Kino, dass ich einen Port eingesetzt bekommen habe, was ja auch bei den meisten so ist. Ja, das war für mich dann echt auch noch mal ein wahnsinnig trauriger Moment. Ich bin auch nicht nah am Wasser gebaut, aber geheult wie ein Schlosshund. Einfach nur, weil ich verstanden habe okay, mit diesem Port erlaubt mir der Arzt nicht zu boxen. Das war für mich einfach so, das kann doch nicht wahr sein. Also das ist quasi das Boxen ist das, was mich mental hochhebt und vorbereitet auf das Ganze. Und das wird mir jetzt genau in dieser schweren Zeit verboten. Und das war für mich ganz, ganz fürchterlich. Aber zum Stichwort Team dann auch für die Chemo Zeit. Dann habe ich nach diesem ersten Tief wieder die Kräfte gesammelt und habe mir einen anderen Personal Trainer organisiert, der nicht aufs Boxen spezialisiert ist, der aber schon mal angedeutet hat, Der kümmert sich immer gerne um Athleten und Patienten oder beides. Und da hatte ich ihn angerufen, habe ihm die ganze Geschichte erklärt, erzählt und ihn gefragt, ob er Lust hätte, mit mir zu arbeiten. Dass ich sicher stelle mit seiner Hilfe, dass ich wirklich am Sport dran bleibe und auch keinen Muskel verliere. Das war mir auch ganz wichtig. Er hat zum Glück gesagt, ja. Das heißt, ich hatte dann in der Zeit von der Chemo kann boxen, aber hatte da mein Trainer weiter meine Ernährungsberatung und dann haben wir das gemeinsam durchgezogen. Und tatsächlich mit großem Erfolg. Sensationell. Du hattest gesagt, dass du am Ende durch eine Messung sogar nach der Chemo durch den Sport mehr Muskeln hattest als vorher. Richtig. Korrekt. Wahnsinn. Ich bin immer noch fassungslos. Aber ja, so ist es. Du beweist ihm Also, im echten Leben sage ich mal das, was ich in zwei Podcastfolgen vorher schon von den Fachleuten gehört habe. Einmal von Dr. Simon Bernhard. Dass der Standortleiter der präventiven Sportmedizin hier am rechts der Isar in München und von Frau Professor Dr. Annette Schmitt, die ist Sportbiologin an der Bundeswehruniversität hier in München, und die haben beide genau das gesagt dass es inzwischen nachweisbar ist, wie viel man an Muskel verliert in der Chemo, wenn man nichts macht und wie man durch Kraftsport den Muskel halten kann, dadurch die Sauerstoff Sättigung und den Sauerstoffzufluss in den Muskeln verbessern kann und dadurch auch die Chemo selber weniger toxisch ist. Und das hast du ja am eigenen Beispiel einfach erfahren, weil du es gemacht hast. Ganz genau. Und das ist auch das Superspannende. Also auch bei den Nebenwirkungen. Da hatte ich ja auch. Ja, einmal natürlich die ganzen Informationen aus dem Krankenhaus bekommen selbstverständlich, welche Nebenwirkungen auftreten können, sei es metallischer Geschmack, sei es Appetitlosigkeit und dergleichen, ja bis hin zu auch Horrorgeschichten von anderen Patienten. Also einer hatte mir erzählt, sie kann nur noch Himbeeren essen, weil alles andere irgendwie anders schmeckt. Also all solche Sachen hatte ich nicht. Also ich hatte tatsächlich nach den Chemo Sessions, den Chemo Kater. Mhm okay, da geht es einem auch zwei bis drei Tage wirklich mal einfach nicht gut. Ja, und da kann man auch nicht viel machen. Aber dann, so spätestens ab Tag drei nach der Chemo bin ich aufgestanden, erstmal spazieren gegangen, am Tag vier joggen gegangen und ab Tag fünf auch wieder mit meinem Trainer Krafttraining. Die anderen Nebenwirkungen eigentlich nicht vorhanden, muss ich sagen. Das ist richtig gut. Also da kann ich nur sagen, ich hatte auch ich. Jetzt weiß ich nicht Glück, sondern durch einen gut trainierten Körper. Und das Spannende ist, mir hatte damals der Arzt das Boxen nicht verboten. Also ich habe auch einen Port rechts und. Also hier unter dem Schlüsselbein etc. bekommen, wo den jeder wahrscheinlich eingesetzt bekommt. Da war nur die Info bitte kein hartes Sparring machen. Also weder auf den Port noch irgendwie auf den Kopf, weil die Blutwerte oder auf den Körper anders sind. Und bei mir war es halt mit einer Lebermetastase. Da wäre jetzt irgendwie schöner. Bodyhook auf die Leber. Auch irgendwie uncool gewesen. Aber so zum Training gehen, Sandsack, Shadowboxing und sowas. Wie gesagt, könnte ich machen. Also da gab es eine andere Info. Ich hatte auch wenig Nebenwirkungen, aber eine war bei mir krass. Ich hatte so ein massives Kälte Findungsproblem. Kälteempfinden. Ich habe nicht gefroren, aber ich konnte nicht mal ein Glas mit warmem Wasser anfassen oder trinken. Oh je. Und meine Chemo ging in den Winter rein und dann spazieren gehen. Ich habe Sachen angezogen. Ich sah aus wie ein Michelinmännchen und total cool. Aber man braucht ja auch Freunde und Bekannte. Also ich habe es nicht so ganz vielen erzählt, aber so im Kreis. Und wichtig war mir auch genau, was du gesagt hast, kein Mitleid bekommen zu wollen. Und ich habe so einen guten Bekannten, den du auch kennen müsstest. Der war mal so bei uns in meiner Seite der Firma. Mit dem tausche ich mich schon seit Jahren mit der Jocks aus, also mit wirklich wenig high sophisticated Level Jokes. Und der, als er dann das mitgekriegt hatte mit der Empfindung in den Fingern, hat dann wirklich völlig lakonisch in dem WhatsApp Chat zurückgeschrieben Ja, dann das nächste Mal eher im Sommer machen, ne? Ja. Timing ist alles. Genau. Timing ist alles. Also gerade auch bei einem Witz ist Timing alles. Ich fand das so trocken und so cool, in dem Moment, das einfach rauszuhauen. Und das ist ganz wichtig. Und du hattest das ja anfänglich angesprochen. Du hast es einen Großteil oder deinen ganzen Freunden dann gesagt, nachdem klar war, dass du nicht sterben wirst, weil es nur lokal gestreut hat und du beschlossen hast, ist halt jetzt nicht deine Zeit zum Sterben. Du gehst das Ganze an und du hast mir erzählt, da wurde ja neben der Tatsache, dass du mit ganz viel Liebe überschüttet wurdest, ihr hattet auch ein WhatsApp Chat und der hieß wie Doris Partibus. Doris Chemo, Partybus. Ganz genau. Das heißt eigentlich, bei deinem nächsten Geburtstag musst du so ein Partybus mieten und den damit plakatieren lassen, oder? Oh je. Wir haben zum Glück den ganzen Chat dann tatsächlich feierlich auch noch mal mit einem Abendessen gekillt. Voller Freude also. Das machen wir nicht mehr. Aber zu der Zeit hat das sehr geholfen. Also einmal natürlich auch um einfach Ja, es ist schwarzer Humor. Irgendwann. Aber hilft ja. Im WhatsApp Chat kann man immer so ein Bild noch ergänzen. Das war Muhammad Ali in Kampfpose. Und das war einfach sehr, sehr großartig. Wirklich tolle Menschen, die da im Chat waren, die mich quasi zur Chemo immer hingefahren und abgeholt haben, was auch sehr geholfen hat. Das war also einfach das Zwischenmenschliche, dass man auch sagt, okay, man fährt dahin, man hat noch mal irgendwo diesen liebevollen Moment und egal über was man redet. Also wir haben jetzt nicht über Krebserkrankung gesprochen, sondern was war es mal über ein Kochrezept, mal über letzten Klatsch und Tratsch. Also was auch immer kommt. Eine Freundin. Im Winter hatte ich dann die Chemo super lieb, hat mir selbstgemachte Lebkuchen, heiße Schokolade mitgebracht, weil gerade auch nach der Chemo. Ich hatte die Kühlkappe immer auf. Ich habe da sehr gefroren. Dann bei einem der Chemo Stoffe gegen Polyneuropathie. Muss man ja auch so ähm Ja, Füßlinge. Kann man sagen. Keine Ahnung, was ich sagen will. Füße und Hände kühlen. Ja. Ich habe geschlottert. Und das hat sie erfahren und hat dann gleich gesagt, Da kommt die heiße Schokolade gleich mit. Er ist einfach sehr, sehr viel Liebe. Aber ja, wir hatten in Der Partybus war wirklich für mich da. Der Partybus mit einem Bild von Mohammed Ali. Sensationelle Kombination und den habt ihr feierlich gekillt mit einem Abendessen. Das finde ich auch schön. Das heißt Closure. Ende. Denn du hattest fünf Monate Chemo. Dann hattest du vorhin ja schon mal gespoilert. Du hast eine komplette Mastektomie machen lassen, um da keine oder dass das Rückfallrisiko zumindest in dem Bereich auszuschließen. Genau. Leider ist es kein komplettes Ausschließen. Das wurde mir dann auch noch erklärt. Aber das ist quasi die OP, wo die gesamten Brustdrüsen entfernt werden und ersetzt durch Silikonimplantate. Ja, also ich sage auch ein bisschen klingt vielleicht für den ein oder anderen eklig, aber es mit zig mal so die Brüste werden unten aufgeschnitten, aufgeklappt, ausgeschabt und Füllstoff reingepackt und da bleibt ein bisschen was übrig von der Drüse. Also das sind so vielleicht drei bis fünf Prozent. Das heißt, theoretisch könnte da schon wieder ein Krebs auftauchen. Auch die Brustwand ist natürlich noch da. Könnte theoretisch auch noch kommen, aber hoffentlich hinaus. Das Risiko ist massiv eingegrenzt oder eingedämmt in dem Bereich. Und dann nach der Masektomie, nach so einer. Ich meine, das ist ja wirklich auch eine große OP. Da waren natürlich auch noch mal eine ganze Zeit lang Sportverbot, Boxingverbot. Wann durftest du denn wieder anfangen mit dem Boxen? Da wurde mir gesagt, nach drei Monaten, weil sich dann quasi die Implantate verkapseln, sagt man dann dazu. Und so Ich durfte davor dann schon natürlich langsam schrittweise spazierengehen, ein bisschen leichtes Krafttraining schon machen, aber natürlich dann jetzt nicht primär irgendwie Brustübungen. Das erst mal vermeiden. Aber dann, nach drei Monaten darf man wieder was mit Impact machen. Also in meinem Fall. Und dann war Joggen wieder erlaubt und auch wieder Boxen. Seitdem habe ich auch wieder angefangen, wenn auch zuerst ein bisschen zurückhaltender, weil ich schon gemerkt habe, dass natürlich die Herzbelastungen noch da war. Und was ich auch immer wieder vergesse, ich hatte dann auch noch Bestrahlung zwischendurch. Also das war dann nach der großen OP, wurde zur weiteren Vorsorge einfach. Also ich hatte nach der OP schon, wo eben das Brustgewebe und auch diverse Lymphknoten zum Glück nicht alle beidseitig entfernt worden sind, aus der Achsel die Diagnose pathologische Komplettremission, was wirklich das allerbeste Ergebnis war, das ich hätte kommen können. Und auch da will ich noch mal. Also mein Trainer ist wahrscheinlich schon tierisch genervt, weil ich so gefühlt jede dritte Trainingsstunde noch mal dafür danke. Aber so ist es nun mal! Also ich bin davon überzeugt, dass das Ergebnis aufgrund von Training und mentaler Einstellung mentale Unterstützung so war. Aber nichtsdestotrotz zur weiteren Prophylaxe, quasi weil bei mir links sieben Lymphknoten betroffen waren, was wirklich als sehr, sehr viel gilt, hatte ich dann noch eine Bestrahlung und das geht natürlich auch auf den Körper. Körper und Geist. Und das heißt, man sieht es im Herzen. Und was meine ich damit? Ich habe langsam mit dem Boxen schon angefangen, aber ich habe gesehen, dass teilweise immer noch so dass quasi die Herzfrequenz viel, viel schneller hochschießt als vor der ganzen Krebsdiagnose. Aber auch da zum Glück sehe ich jetzt das seit so zwei, drei Wochen, dass auch immer wieder besser wird, die Energie zurückkommt. Das hat mir mein Boxtrainer auch schon mitgeteilt, dass er das wahrnimmt. Und deswegen steigern wir da jetzt auch tatsächlich die Herausforderung und Intensität. Gerade schon wieder. Und das ist einfach großartig. Es macht riesig Spaß, da zu sein. Ja, man merkt richtig, also da geht ein Lächeln durch deine Stimme, da geht wirklich Power rein. Wieder die Möglichkeit zu haben, zu trainieren. Das. Das ist einfach wichtig, wenn man so etwas gefunden hat. Und du hattest vorhin ja auch noch mal gesagt, dieses diese mentale Belastung aushalten und dann hast du vor dem Sparring berichtet. Also es gibt ja so ganz viele Sprichwörter oder Sachen, die man gesagt bekommt, es gibt eins, wo ich immer denke Nee, das habe ich schon immer falsch gefunden. Und das ist Augen zu und durch. Ich finde, das ist ein ganz, ganz schlimme Empfehlung. Ich würde immer sagen Augen auf und durch. Ja, allerdings. Beim Sparring ist das genau. Oder da, wenn man etwas mit mehr Intensität boxt. Etwas, woran ich echt noch arbeiten muss. Dass wenn ein Schlag kommt, dass ich da nicht kurz die Augen zumachen, weil das ein natürlicher Reflex ist, sondern da wirklich zu gucken und die Augen offen zu lassen. Dann halt auszuweichen oder zu kontern. Da muss ich wirklich noch dran arbeiten. Aber dieses Augen auf und durch. Ist dir das bei dem Sparring von Anfang an? Ich will nicht sagen leicht gefallen oder auch dann erst durch das Sparring und durch das Training mit dem Florian hat sich das so entwickelt. Interessanter Punkt. Habe ich, Habe ich noch nie drüber nachgedacht, muss ich sagen. Jetzt genau mit dem Punkt, okay. Aber ich muss auch ganz ehrlich sagen, ich kann total verstehen, was du beschreibst, aber trotzdem fällt mir da ein. Also gerade beim Sparring, wenn man die Augen zumacht. Das ist ja richtig dumm. Wenn ich das so sagen darf, dann kriegt man den Schlag ab. Ja, ja, ja. Ich mache das auch nicht mit Absicht. Danke fürs Feedback. Sorry, dass ich jetzt so direkt sagen musste, aber nein, das nicht. Aber ich denke mal, also ich weiß nicht, wie die Situation gewesen wäre, hätte ich das vorher einfach nicht gehabt. Diese ganze Vorbereitung. Ich vermute, dass wir also. Also Augen zu und durch ist wahrscheinlich nicht gewesen. Ich glaube, ich wäre wahrscheinlich in einem Panikmodus gewesen. Wahrscheinlich wäre ich viel besorgter gewesen, noch viel frustrierter. Also natürlich hatte ich auch meine Frustphasen zwischendurch. Also ich habe keine Perücke gebraucht, zum Beispiel. Aber wenn man dann schon vorm Spülbecken steht und seine Haare kämmt oder die Haare wäscht und plötzlich halt irgendwie aus dem Sieb den Büschel Haare rausnimmt. Ich lag zutiefst frustriert auf der Couch. Aber ich glaube, es hätte alles viel schlimmer sein können. Ich denke, dank der tatsächlich guten, unbewussten, aber guten Vorbereitung kam es nicht so und ich habe quasi fokussiert weiter hingeschaut. Das kann ich nur bestätigen. Und jetzt bist du mit dem Brustkrebs mit allem durch. Das heißt, aktuell bist du krebsfrei und therapiefrei. Bzw noch auf Medikamente wegen Menopause. Genau. Also ich bin jetzt noch für mindestens fünf Jahre in quasi künstlicher Menopause, das heißt ich bekomme jeden Monat eine Spritze und auch einem jeden Tag Medikamente, die die Östrogene sehr runterfahren, weil meine Krebsart wurde mir so erklärt, So funktioniert das quasi die Hormone den Krebs nähren und bin deswegen, so kann man sagen ein frühzeitiger Menopause. Jetzt, wenn ich die Medikamente absetzen darf, würde wahrscheinlich die normale kommen. Also ich habe jetzt einfach schon vorher angefangen. Nimmt einen schon natürlich ein bisschen mit. Also der Körper muss sich auch daran gewöhnen. Aber da habe ich mich dran gewöhnt deswegen. Ich hatte sofort das Bild vom Kino schon genannt. Ich hatte schon so das Gefühl, nach der OP hatte jemand also, als ich da im falschen Film saß, die Tür zugesperrt. Jemand hatte dann schon das Licht ausgemacht, nicht angemacht, so rum. Das Licht war lange aus. jetzt. Dann ist es angegangen, zum Glück. Und genau so! Jeder kennt das. Man sitzt im Kinosaal, dann geht die Lichter an, man hört schon, oben hat jemand die Tür aufgemacht, Da kommt auch schon ein bisschen Licht raus oder rein in dem Fall. Und ich habe doch festgestellt, ich bin da noch lange sitzen geblieben, einfach weil der Kinosessel ist doch gemütlich. Dann kommt er immer noch, der Abspann. Also jetzt auf der Krebsstation beschrieben. Man hat sich ja plötzlich auch dran gewöhnt. Also das ist so eine fünfmonatige Kinozeit, auch so diese, wo man einfach so auf sich selbst fokussiert ist. Also ich hatte es zuletzt ja auch gesagt, Also für mich war auch Kino und leider hat es das Ganze gebraucht, diese ganze Krebserkrankung, so die ultimative Me time Wahnsinn, dass man wirklich nur auf sich fokussiert ist und eigentlich will man das. Also man will diese Situation nicht haben. Auf der anderen Seite ist es auch mal schön, nur an sich zu denken und irgendwie sich um seine Gesundheit zu kümmern. Und ich wollte da auch nicht sofort rauslaufen. Und natürlich war dann noch Bestrahlung sowieso. Da habe ich auch gesagt naja, gut, vielleicht bewege ich mich mal schon in Richtung Kino Treppe, aber eigentlich bin ich da noch drin. Und jetzt muss ich sagen, weil die Bestrahlung ist jetzt so circa sechs Wochen her, dass ich jetzt rausgegangen bin aus dem Kino. Was ich schon mal gut anfühlt. Also ich fange an, mich nicht mehr rein als Patient zu sehen. Aber ich muss auch ehrlich sagen, ich stehe noch im Foyer. Also ich weiß noch nicht so ganz, was mache ich denn jetzt? Klingt jetzt vielleicht auch ein bisschen theatralisch mit dem Rest meines Lebens. Welchen Ausgang aus dem Foyer nehme ich denn? Also ich will darauf nicht darauf hinaus, dass ich jetzt sage, ich plane jetzt, mein Leben radikal umzukrempeln, irgendwie auf eine Insel zu ziehen oder dergleichen. Überhaupt nicht. Aber ich denke, das geht auch jedem Krebspatienten so, dass man einfach völlig neu auf sein Leben blickt und dass man völlig neu auf die Lebenszeit, die man hat, blickt. Also tatsächlich, irgendwo hat das Universum und ich denke mir auch bis heute so warum auch immer, hat das Universum entschieden. Das war jetzt noch nicht meine Zeit zu sterben. Ging dir wahrscheinlich ähnlich. Und in deinem Fall ja. Aber dann weiß man auch plötzlich, wo man sich seiner eigenen Sterblichkeit bewusst ist, weiß man plötzlich, wie wertvoll auch einfach die Zeit ist, die man hat. Und jeder stirbt irgendwann. Aber ich bin jetzt wirklich mehr auf dem. Ich bin mir da eine geile Zeit machen. Das soll irgendwie Spaß machen. Möglichst jeden Tag. Genau da stecke ich gerade drin. Das kann ich total nachvollziehen. Und auch dieses Wo stehe ich jetzt eigentlich? Man ist danach nicht einfach, wie man davor war. So. Punkt. Also unabhängig dessen, dass Krebs und Therapie und alles super Individuelle ist. Jeder geht anders mit um, aber der oder diejenige, der behauptet ich bin jetzt durch alles durch und ich bin mental, körperlich und in meiner Lebenseinstellung, so wie ich früher war. Das glaube ich nicht. Also das kann ich mir nicht vorstellen, weil Krebs und diese Behandlung und die Fragen, die man sich in der Zeit stellt, womit man konfrontiert wird, das hinterlässt Spuren. Das hinterlässt Spuren. Genauso wie die, ich sag jetzt mal wirklich kleine Narbe vom Chemo Pot. Also die großen Namen bei dir an der Brust, bei mir im Bauchraum, die sowieso. Aber selbst diese kleinen, das ist ja nur. Was sind das? So zweieinhalb Zentimeter. Die war bei mir auch superdünn, ist super schön verheilt, aber die ist trotzdem da. Und das ist für mich auch das Bild mental. Da sind Narben da, die gehören jetzt zu mir und mit denen will ich auch aktiv umgehen. Also auf dem Körper würde ich sagen, da cremt man sie ein und massiert sie, damit sie nicht irgendwie hart werden oder komisch verwurschteln. Und mit dem Kopf. Da stellt sich ja die Frage was mache ich mit meinen, mit meinem Kopf? Was mache ich mit meinem Geist? Was mache ich mit meiner Einstellung? Was ist dort das Eincremen, das Massieren, um darauf zu achten, dass ich die Narbe akzeptiere, aber mit ihr positiv umgehe, um einen way forward zu haben, um ja eine geile Zeit zu haben, was auch immer das sein mag. Und an alle da draußen Eine geile Zeit zu haben heißt nicht auf Kosten anderer leben, sondern einfach für sich im Einklang mit seinem Umfeld zu sagen, wonach, Wonach ist mir denn die nächsten sechs Jahre, weil keiner von uns weiß, wann es zu Ende ist? Gott sei es gedankt. Ich bin sehr froh, dass ich das nicht weiß. Ja, das stimmt allerdings, und da muss ich auch sagen, was auch für mich diese ganze Kriegszeit war, ist ein krasser Resilience Booster. Ja, ich meine, es hilft sich auch auf dem Finden seines Weges nach vorne einfach auch etwas entspannter zu sein mit den Alltagsproblemen, die einen vielleicht vorher getriggert haben, dass man einfach sagt Nee, also da hat das Boxen tatsächlich auch schon vor der ganzen Krebsgeschichte sehr geholfen, einfach da auch durch dieses quasi auch in Stresssituationen bewusster mit sich agieren. Was ich auch sagen muss, ist zum Beispiel auch bewusster Körper und Geist im Einklang zu haben, das muss ich sagen, ist auch ein sehr, sehr wesentlicher Faktor, der durchs Boxen kam und natürlich jetzt auch in der ganzen Krebstherapie noch mal irgendwo ein Topf mehr Beachtung bei mir gefunden hat. Einfach weil ich sage, ich war früher jemand, der irgendwie mit dem Geist gelebt hat, der gesagt hat, der Körper muss halt funktionieren und irgendwie dem Hinterherrennen jetzt. Inzwischen bin ich dem Körper so unfassbar dankbar, der ist quasi für mich durch die Hölle gelaufen. Und jetzt weiß ich auch, was das meint. Auch wenn ich da so direkt bin, dem fucking Job, mich jetzt zu kümmern, dass es dem gut geht. Und das heißt Körper und Geist und Freunde und da aber auch. Und das alles und dann eben einfach dieses Okay, dieses neue Aufs Leben schauen ist einfach. Ja. Resilienz. Booster Wie gesagt definitiv. Also das kann ich einfach nur so unterschreiben. Anders aufs Leben zu schauen ist ja bei dir, also zumindest im direkten Vergleich zu mir noch mal eine ganz andere Nummer. Denn nur zehn Prozent aller Frauen kriegen Brustkrebs unter fünf und vierzigste Du warst vierzigste Bei dir haben sie eine Genanalyse gemacht und leider Gottes was gefunden. Wie heißt dieses? Dieses diese Mutation? Pethen heißt das Gen p Tonnen. Genau. Also, das ist bei mir mutiert. So wie ich es verstanden habe. In einfachen Worten ist es bei jedem normalen Menschen so, dass quasi. Was ja auch gut ist, weil das wissen wir inzwischen auch. Jeder trägt schon irgendwann irgendwie Krebszellen in sich. Aber normalerweise kann der Körper schon sehr viel massivst Krebszellen schon selber bekämpfen, bevor sie sich irgendwo absetzen und einfach sehen okay, die sind irgendwie kaputt und abbauen. Und mein Körper mit der Mutation des Gens Pten tut sich da schwer. Okay, das ist jetzt in ganz einfachen Worten. Also der kann das nicht so gut, mein Körper. Als ich dann die Diagnose bekommen habe. Im ersten Moment hab ich mich schon auch gefreut irgendwo. Also wenn man dann sagt hey, ich habe da so eine Genmutation, dann ist es auch erstmal dieses ich bin nicht schuld an meinem Krebs. Also das ist ein ziemlich dummer Gedanke, Das weiß ich schon, auch weil niemand ist schuld an seinem Krebs. Völlig egal. Ich kann jeden erwischen, aber dennoch hat man ja und ich denke auch jeder Krebspatient hat diese Gedanken. Warum jetzt ich? Also das ist ja eben genau dieses, was wir schon gesagt haben Krebs kriegen doch die anderen. Warum ich? Und dann habe ich so diesen medizinischen Grund bekommen. Weil dann wurde mir auch vom Humangenetiker Genetiker. Entschuldigung, Kompliziertes Wort, Man wird ja irgendwie selber ein bisschen Arzt in der ganzen Zeit. Aber dann auch immer wieder die Fachbegriffe. Humangenetiker. Sehr netter Doktor. Auch der hat sie mir dann ein Bild vorgelegt, wo ich dann gesehen habe okay, was für Risiken gibt es denn? Krebsrisiken im Zusammenhang mit dieser Mutation? Und was Brustkrebs angeht, ist es ein fünf und achtzig Prozentiges Brustkrebsrisiko und ein fünfzig Prozentiges für beidseitigen Brustkrebs. Und da sage ich im Nachhinein hätte ich das natürlich gewusst. Brustkrebs mit Ansage und Ausrufezeichen. Ja, aber nicht nur das. Und das fand ich dann medizinisch auch sehr faszinierend, weil da sage ich auch immer, ich habe so zwei Personen in mir drin. Natürlich steckt man in sich drin und sagt Naja, am liebsten hätte ich diese Mutation halt einfach nicht. Wäre schöner ohne. Aber so, wenn ich da neben mir stehe, finde ich es medizinisch hoch faszinierend, weil worauf will ich hinaus? Ich hatte schon als Kind sehr viele Operationen und ich hatte zwar vorher schon gesagt, ich hatte auch schon viermal Hautkrebs, aber vielleicht und da kurz durchzugehen, ich hatte als Kind schon Lipome, das sind so Gutartige Wucherungen. Das ist so, als hätte man einen kleinen Golfball unter der Haut. Hatte ich schon mehrfach und wurde dann als Kind operiert. Dann hatte ich als Kind auch zweimal einen heißen Knoten in der Schilddrüse. Dann hat das wurde dort operiert. Dann hatte ich ihm vier Mal diesen Hautkrebs, der sich, wie gesagt, für mich nie angefühlt hat wie Hautkrebs, Brustkrebs, was man richtig echter Krebs, weil die Behandlung einfach viel schwerwiegender war. Dabei ist schwarzer Hautkrebs tödlich. Auch absolut. Und ich will das auch nicht herunterspielen, um Gottes willen. Aber du hast es einfach so nicht empfunden. Das ist ja der Punkt. Einfach weil es so frühzeitig gefunden wurde zum Glück. Und dann halt einfach immer rausgeschnitten und gut war alles. Ja, aber das hatte ich. Und dann eben jetzt den Brustkrebs. Und dann hat auch der Humangenetiker mir gesagt Ja, kann man tatsächlich alles auf diese Mutation zurückführen? Und in diesem Bild, das ich gerade geschildert habe, wo eben stand fünf und achtzig Prozent Brustkrebsrisiko, das ist quasi ein nicht lustiger, aber ein Comic einer Frau oder eine gemalte Frau mit lauter Pfeilen auf verschiedene Körperregionen mit einfach dem Risiko dahinter. Und Hautkrebs ist eins, Schilddrüsenkrebs eins. Also den hatte ich bisher noch nicht. Ich habe auch keine Lust drauf, aber eben schon zweimal. Ob also auch Auffälligkeiten in der Schilddrüse gehören dazu. Ich habe noch ein erhöhtes Risiko für Nierenkrebs, für Darmkrebs und für Gebärmutterschleimhautkrebs. Deswegen habe ich mich jetzt auch nachdem ich meine Brustkrebsreise in dem Sinn für den Moment. Und ich hoffe, bis auf Weiteres und am besten für immer vorbei ist jetzt in den letzten Tagen auch darum gekümmert, mir ein sehr engmaschiges Vorsorgeprogramm auch mit Unterstützung des Rechts der Isar der Humangenetiker nicht getestet hatte, aufzubauen. Dass ich quasi engmaschig für all diese verschiedenen potenziellen Krebsarten regelmäßig untersucht werde, weil auch da sage ich wieder ein bisschen Box Analogie. Die Situation ist zwar scheiße, aber ich kenne jetzt den Feind. Ja klar, es ist. Es ist ironisch, weil der Feind ist ja letztlich in mir drin. Also es ist jetzt nicht so, dass ich sage, ich kann das irgendwie aus mir rausziehen, das nicht, aber ich weiß, worauf ich achten muss. Ich weiß, wie es angehen kann. Ein bisschen habe ich leider das Gefühl in mir drin, dass es nicht nur mir so geht. Krebspatienten So. Hoffentlich kommt jetzt der Krebs nicht zurück, den ich hatte. Ich habe leider eher das Gefühl, na ja, es ist eine nachgewiesene wissenschaftliche Wahrscheinlichkeit, dass ich Krebs bekomme. Die Frage ist welchen und wann und was kannst du machen, um den so frühzeitig, also tatsächlich Knockout in der ersten Runde? Um jetzt mal wieder bei der Analogie zu bleiben Was kannst du in deiner Vorsorge, in deiner Ernährung und in all deinen Arztterminen dann sicherstellen, um, wenn sich einer von den anderen zeigt, wirklich zu sagen Du setzt dir keinen Fuß in den Ring? Es macht Gong, die Glocke läutet, du gehst in die Mitte und haust dem, was auch immer da kommt, auf die Mütze. Und dann darf der dann ausgezählt werden. Ganz genau. Und ich muss sagen, jetzt auch mit dem. Also, es ist total schwer ehrlicherweise. Und das wäre jetzt auch eine Lüge, wenn ich jetzt behaupten würde Hey, jetzt habe ich alles unter Kontrolle und geil. Und passt schon. Um Gottes Willen, dann geht viel in mir drin vor. Aber nichtsdestotrotz habe ich mir durch die Unterstützung der Ärzte jetzt ein Gefühl von Kontrolle erarbeitet, was da ist, was hilft. Und umso mehr sage ich jetzt einfach Yolo you only live, once you only live once. Also, um das nochmal zu betonen Das ist dieses Keiner weiß, wann es vorbei ist. Nicht Yolo im Sinne von Fuffies im Club und jetzt irgendwie nur noch irgendwie. Weiß ich nicht. Aber so dieses bewusstere für sich selber einfach Lebensentscheidungen treffen, die einen zufrieden stimmen. Das ist das Wichtige. Ich finde es wunderschön, dass du das Wort zufrieden gewählt hast, weil ich finde, das ist eines der am underrated sten Wörter, die man in der deutschen Sprache hat Zufriedenheit. Viele wollen. Weiß der Henker was? Aber ich finde es. In Zufriedenheit steckt halt Frieden. Ruhe, Die Situation akzeptieren und zu sagen, das ist gut so, wie es ist. Damit kann ich leben. Und das finde ich ein sehr, sehr schönes Wort. Deswegen hat es mich gerade echt gefreut, dass du gesagt hast, damit umgehen auf eine Art und Weise, dass dass du damit zufrieden sein kannst. Finde ich super. Und apropos Yolo you only live once. Ich frag ja auch in jedem Interview nach einer Powerquote, die durchs Leben tragen oder vielleicht durch die Therapie getragen haben. Was gab es denn da bei dir? Ja, da muss ich unbedingt noch meinen großartigen großen Bruder erwähnen. Also gerade beim Stichwort Was hat mir durch die Therapie geholfen? Es war definitiv schlichtweg mein Bruder, wie er ist und auch seine ganze Familie. Meine großartigen Nichten, die wirklich so viele unfassbare Liebe geschenkt haben. Da kriege ich wieder feuchte Augen, wenn ich daran denke. Aber so ist es nun mal, aber nicht nur. Nicht nur das, Auch materiell im Sinne von Sprüche hat mir mein lieber Bruder eine Box zusammengestellt. Ich weiß gar nicht, wo er die hatte. Auf jeden Fall mit zwei hundert Stickern. Wahnsinn. Die lauter Sprüche, aufbauende Sprüche quasi zeigen. Also, dass manchmal so einfache, vermeintlich einfache, also große Happiness oder stronger than you think. Und ich durfte mir jeden Tag blind aus dieser Kiste einen Sticker rausziehen und hatte quasi jeden Tag das Gefühl okay, mein großer Bruder sagt mir das jetzt. Und es hat mich schon aufgebaut in dieser ganzen Therapiezeit. Und auch der letzte war total spannend, weil wie gesagt, ich habe blind gezogen. Die zwei hundert Sticker haben nicht ganz gereicht, die ganze Therapie bis zum Ende zu bringen, weil einfach Bestrahlung auch noch da war. Aber der letzte blind gezogene Sticker hieß Don't stop when you're fired stop when you're done. Ja, und es war für mich einfach, also genau für mein Kämpferherz. Noch mal so ein okay, mache ich. Und es ist so weiter geht, hat mich tierisch aufgebaut. Aber auch generell habe ich für mich schon sehr lange, jetzt auch vor der Krebstherapie einen Spruch. Der ist auch bei mir in einem kleinen Silberarmband, das ich mir selber geschenkt habe. Da steht drauf Remember who the fuck you are. Und das hat für mich die Bedeutung, dass ich einfach und das wird mir jetzt, je älter ich werde, immer bewusster. Ich habe in meinem Leben einfach schon wahnsinnig viel erleben müssen. Also viele Menschen erleben schwere Dinge. Viele glücklicherweise auch nicht. Und in meinem Fall kann ich sagen okay, ich bin schon öfter irgendwie durch die Scheiße gelaufen und sei es familiär zum Beispiel. Als Teenager war es bei mir nicht einfach durch Scheidung der Eltern, Rosenkrieg dahinter und dergleichen war nicht gut. Hat mich auch erst mal runtergerissen. Hat lange Zeit gebraucht, bis ich das wieder geschafft habe und dann aber auch schon wie erwähnt, die krankheitsbedingten Punkte als Kind immer wieder im Krankenhaus und ich habe es immer wieder geschafft und ich habe mich da rausmanövriert und ich habe mein Leben hingestellt, wie es jetzt aussieht. Und ich bin verdammt stolz darauf und habe mir großartige Menschen um mich herum, habe einen guten Job, habe Spaß am Leben. All das bringt mich genau zu diesem Spruch, wo ich sage okay, auch wenn ich jetzt und das war jetzt auch in der Brustkrebstherapie so und das wird auch wieder passieren, dass irgendwas mich runterzieht, wo ich mir einfach sagen kann Remember who the fuck you are. Und das ist für mich genau dieses Nicht vergessen, was ich alles schon geschafft habe. Und das soll mich dann selber auch wieder aufbäumen, wenn es mal wieder irgendwie, wenn ich da unten sein sollte. Ja, Wahnsinn. Hast du die zwei hundert Sticker dann alle jeden Tag irgendwo hingeklebt oder was hast du mit denen gemacht? Ich habe kurz überlegt. Ich habe tatsächlich kurz überlegt, aber ich muss auch sagen, dann dachte ich mir so Nee, weil die Krebszelle ist immer noch um. Also ich wollte nicht die ganze Zeit irgendwie dann plötzlich so okay, ich habe eine Wand voller Krebserinnerung, aber es ist nicht Krebs. Also das wäre bei zwei hundert gewesen. Aber was ich gemacht habe ist, ich habe meine Favoriten an Sprüchen auf ein DIN A3 Blatt geklebt und das ist jetzt für mich ein Gemälde, das in meinem Schlafzimmer über meinem Bett hängt. Und das erinnert mich nicht an die Krebszelle, sondern das erinnert mich an meinen großartigen Bruder und die Kraft, die ich habe, die er in mir sieht und die ich jeden Tag in mir trage. Wunderbar. Remember who the fuck you are. Wirklich? Dieses Du bist stark und du bist durch die, wie du schon sagtest, mehrfach schon mal durch die Scheiße gegangen. Und die jetzt war echt noch mal glaube ich eine richtig tiefe Nummer. Weil so eine Krankheit braucht echt niemand. Und am Ende? Du bist da durch. Wir sitzen hier. Wir plaudern. Du hast mir in einem Gespräch gesagt, all das Geld, was du früher vielleicht in Champagner investiert hast, investierst du jetzt in deine Support Group, Ernährungsberatung, Personal, Training und allem und hast aber trotzdem mehr Spaß am Leben? Das heißt ja nicht, dass du jetzt von der totalen Partymaus zur Dinkel Dörte wirst, sondern einfach nur dieses Körper und Geist in Einklang zu bringen und da eine ganz neue Stärke jetzt rausziehst. Zumindest erlebe ich das so bei dir gerade und das finde ich, ist am Ende, wo man sagt, keiner will so eine Diagnose, Aber wenn man da durchkommt und feststellt, ist es häufig so, dass sie einem auch was gebracht hat. Ja, diese Resilienz Booster feststellen was? Ich kann in deinem Falle feststellen, dass der Körper nicht einfach nur ein Wechsel ist, also ein Gefäß ist, um das Gehören, irgendwie zu versorgen, sondern dass der ganz vital notwendig ist für ein gutes Leben. Und das, finde ich, ist dann etwas, wo man sagen kann, ich habe die Krankheit echt nicht gewollt. Aber das, was ich daraus jetzt mitnehmen kann, nehme ich mit, um dafür zu sorgen, dass es echt nur noch besser wird. Und es ist dieses neue Selbstbewusstsein. Aber ich meine es eher so ein Bewusstsein für sich selbst. Ja, und auch die Liebe. Tatsächlich diese dieses neue Gefühl auf okay. Was ist eigentlich Selfcare? Was ist auf sich selbst achten? Auf seine mentale Gesundheit, Auf seinen Körper, der mir zum Glück hin und wieder schon auch noch ruft. So, Hey, ein kleines Glas Champagner wär schon ganz geil. Also manchmal sagt er das auch noch. Also wir haben Spaß gemeinsam, aber wir haben gemeinsam den Spaß inzwischen. Das ist genau das Wichtige, und das ist mir auch noch wichtig. Ist irgendwie allen Zuhörern zu sagen ist tut euer Bestes, nicht auf irgendwie Schicksalsschläge zu achten. Also ich glaube, wenn man selber in so einer Krankheit drinsteckt, klar, kann man sich vielleicht auch freudig darauf freuen, dass es vielleicht doch eine Erkenntnis ist. Doch selber daran festhalten ist es nicht nur schlimm, auch am Ende gibt es wieder Licht am Tunnel, wie es so klassisch heißt. Aber auch für alle die, die das große Glück hatten, irgendwo noch nicht betroffen zu sein. Und ich sage noch nicht Ich will keinem Angst machen, die das nicht erleben mussten. Bisher und hoffentlich nie. Was will ich sagen? Wartet nicht drauf. Ja, denkt jetzt schon tiefer drüber nach. Wo steht zu lieben? Wie trefft ihr die Entscheidungen? Lasst man. Vielleicht lässt man zu oft zu, dass man vielleicht unzufrieden ist, weil man vielleicht irgendjemand anderem zuliebe irgendwas tut, was nicht funktioniert. Und du hattest auch schon gesagt, Das heißt nicht, man soll es nur noch egoistisch durchs Leben spazieren. Nein, auf keinen Fall. Aber man soll auf sich achten. Und man soll sich selber zuhören und sich selber auch eine Priorität geben. Und ich hoffe wirklich, dass hier alle nicht auf Ereignisse warten, die einem das dann erst schmerzlich bewusst machen, sondern jetzt schon darauf achten. Ich glaube, ein besseres Ende für so ein Gespräch hätte man gar nicht planen können, selbst wenn man alles aufgeschrieben hätte und deswegen würde ich es jetzt auch genau so stehen lassen. Denn dieses Bitte wartet nicht darauf, dass ihr, dass der Schicksalsschlag kommt. Dem ist nichts hinzuzufügen und deswegen kann ich einfach nur sagen Do it. Es war mir wieder eine Freude, mit dir zu sprechen. Vielen lieben Dank! Weiterhin alles Gute. Demnächst irgendwann wieder. Wahrscheinlich in einem Meeting in der Arbeit. Vielleicht mal einen Kaffee auf der Arbeit und vielleicht auch tatsächlich irgendwann mal ein Training. Zusammen habe ich so ein bisschen Angst, weil ich glaube, du bist deutlich fitter als ich. Aber das macht gar nichts, weil und das ist das Schöne, das kann man, glaube ich, am Ende noch sagen Kampfsport ist extrem respektvoll und das ist dann etwas, wo ich mich dann auch sehr drauf freuen würde, vielleicht mal mit dir gemeinsam in den Ring zu steigen. So machen wir das. Liebe Dorit, danke dir. Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte. Das war Fight Cancer im Ring gegen Krebs. Wenn dich diese Folge berührt hat, teile sie und gib anderen die Kraft, weiter zu kämpfen.
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